Anna Landmann

Vor über 400 Jahren wurde eine unbekannte Frau aus Hornburg als Hexe verbrannt, verurteilt von Bischof, Universität und Amtmann. Aus wenigen Quellen entstand 1996 ein Theaterstück über ihr Leben und die nachreformatorische Zeit.

1596 ist Galileo Galilei Mathematikprofessor in Pisa. Französische Seefahrer landen im späteren Kanada. Die Vatikanischen Museen werden gerade fertig gestellt und die Kuppel, auf dem Petersdom, finanziert von Ablaßgeldern, ist vollendet. Die Reformation rumort weiter.

Shakespeare schreibt „Romeo und Julia“, die erste Aktiengesellschaft wird gegründet, der bürgerliche Kapitalismus kündigt sich an. Das bordellartige Badewesen geht zurück, weil sich überall die Syphillis verbreitet hat.

Im Vorharz wird die unschuldige Anna Landmann nach Verhören, Folter und Urteil verbrannt.

1996 erinnerte die Frauenwerkstatt Hornburg an ihr Schicksal. Ein Denkmal wurde errichtet. Eine neu gezüchtete Rose erhielt ihren Namen. Seminare und Workshops belebten die Stadt. Der gerade designierte Bundespräsident Rau besuchte Hornburg, begrüßt von der Leiterin der Frauenwerkstatt Ingrid Schult.

Einer der Höhepunkt war die Aufführung des Theaterstückes „Anna Landmann – Mutmaßliche Szenen aus ihrem Leben“ – Autor: Hans Georg Ruhe. Vor mehreren hundert Zuschauern wurde das Spiel auf dem Markplatz präsentiert.

In „Anna Landmann“ wird eine Zeit wiederbelebt, in der überall die Scheiterhaufen brannten, weil die Umwälzungen durch das Alte beschworen werden sollte. Im Begleittext zum Stück hieß es: „Die Herren wollten der Zeit Herr werden. Die aber wandelte sich.“

 

Aufführungen des Altstadttheaters Hornburg

Sonntag 04. August 2013:       20:00 Uhr Kultursommer Wolfenbüttel im Schloss

Samstag 18. Oktober 2013:   18.00 Uhr Marktplatz Hornburg (Achtung: geänderte Zeit)