Trostlos

Vor fast drei Jahren waren wir in Beit Jala und feierten die Taufe eines Neugeborenen. „Uns kann keiner helfen“, sagte damals ein Bürger Jerusalems, der seit Jahrzehnten seine Heimatstadt nicht mehr betreten darf. Es bewegt sich nichts. Die Gebete, die Ghasub einforderte, versagen vor der Mauer, den Sprengsätzen, den Siedlern, den Korrupteuren, den Ölinteressen und den Beherrschungsfantasien. Die Resignation ist so groß geworden, dass selbst die Zweistaatenlösung bei vielen Palästinensern umstritten ist. Das, was formal fair scheint, verändert nicht die ökonomische Unterdrückung, nicht die Standortvorteile der Israelis und nicht die Bedrohungskultur. Im Spiegel 26/2017 ist ein Gespräch zwischen einer israelischen und palästinensischen Familie dokumentiert. Schlichter kann die Ratlosigkeit nicht abgebildet werden.