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Media vita in morte sumus*

Zum Tod ist schon alles gedacht, geschrieben und gesagt worden. Er begegnet uns in Religionen und Theologien und Literaturen, im Alltag, in der Esoterik, den Naturwissenschaften.
Wiederholungen, Verfremdungen, Beschwörungen, Lieder und Gedichte ändern nichts daran: Wir weichen ihm aus und verirren uns dabei.

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Harz – näher als du denkst.

So kann man auch auf den Harz schauen…

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Paul Celan + 21.4.1970

Vor fünfzig Jahren hat sich Paul Celan in Paris selbst getötet. Ein literarischer Gigant ist damals gegangen. Seine Gedichte werden noch lange leben.

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Komm, ins Offene, Freund…

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.
Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes
Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.

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Matthias Horx spinnt

Aber Horx spinnt gut und hat den lesenswerten Beitrag „Die Welt nach Corona“ veröffentlicht. Er ermuntert, die Corona-Krise mit der Technik der Regnose, also der simulierten Rückschau aus der Zukunft in die Gegenwart zu betrachten. Horx kommt zu verblüffenden, manchmal auch nett-naiven Beschreibungen.

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Erfurt, den 5. Februar 2020

„Nie wieder!“ und „Wehret den Anfängen!“ – diese Imperative bestimmen den gesellschaftlichen Grundkonsens in Deutschland.  Jedes einzelne thüringische Parlamentsmitglied von CDU und FDP hat damit gebrochen. Den unglaublichen Vorgang als Ergebnis einer demokratischen Wahl zu verharmlosen (so aus der CDU), ist geschichtsvergessen. Die Spalter als Einiger zu feiern (so aus der FDP) ist dreist. Es geht nicht um Machtpolitik, kluge Schachzüge (so aus der AfD) oder schlichte Dummheit.
Es geht um Anstand.
Angela Merkel hat recht: Es ist unverzeihlich.

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Wahrheit ausprobieren

„Ich erfinde, ich unterstelle, ich probiere aus, denn nichts anderes heißt Erzählen: Ausprobieren, ob es tatsächlich so gewesen sein könnte.

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Fälschung

Das folgende Zitat kann nur eine Fälschung sein, da Goebbels die AFD nicht kennen konnte. Allerdings könnte auch die AFD eine Fälschung sein, falls sie Goebbels nicht erkennt. Goebbels war sicher keine Fälschung. Außerdem ist er tot. Und die AFD lebt. Leider. Die Demokratie lebt auch – trotz der vielen Schafe.

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Zum Jahreswechsel

Nie ist es richtig. Der Tod kommt zu früh oder zu spät.

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Gesaldo Prächterick 1

Vor wenigen Jahren wurde unweit von Alttunnen, einer kleinen Siedlung im Vorarlberg, eine schmale Schriftensammlung gefunden, die zunächst nicht entzifferbar war, dann aber an der Universität Konstanz im Rahmen eines spätmittelalterlichen Hauptseminars bearbeitet und in die Gegenwartssprache übersetzt wurde.
Als wahrscheinlicher Autor wird ein Gesaldo Prächterick angenommen, der auch unter dem Namen „Glanzgold“ im Gebiet der heutigen Schweiz unterwegs war – vermutlich als Bettler und Gaukler auf Jahrmarktplätzen. Viel mehr ist von ihm nicht bekannt. In einer zeitgenössischen Quelle ist lediglich die Rede davon, dass „sein Mundt prächtiger als sein Bötel, seine Hände zufassender als sein Muth“ seien.
In unregelmäßigen Abständen sollen künftig in diesem Blog einige seiner Texte als Aphorismen veröffentlicht werden – freilich in die heutige Sprache, dank Dr. Marga Bludenz, Konstanzer Institut für Sprache und Literatur, transferiert.
Es folgen die ersten sechs Sätze von Gesaldo Prächterick.

  • In meinem Alter ist man tot oder lebendig – aber nicht gesund.
  • Hauptsache gesund – und so sehen Sie denn auch aus.
  • Wenn Sie nur ein Fünkchen Verstand hätten, würden Sie das Feuer mit den Füßen und nicht mit dem Kopf austreten.
  • Wir sind auch nicht mehr die, die wir nie waren.
  • Wenn Sie lesen können, können Sie noch lange nicht denken. Wo denken Sie hin?
  • Nicht, was Sie sehen, sehen Sie. Sie sehen, was Sie nicht sehen. Und was Sie nicht sehen, das sehen Sie schon gar nicht. Sehen Sie?